Foto: Slawik

10 Wege
wie Sie Ihre Experten in den Wahnsinn treiben 

1.   

Stellen Sie sicher, dass alle Pferde die zu behandeln sind, kurz davor auf die Koppel kommen. Tierärzte, Sattler, Schmiede und Physiotherapeuten lieben die Herausforderung. Nur wenige Situationen sind so inspirierend, wie das Einfangen von gerade rausgebrachten Pferden. Schlagen Sie einfach vor, das Pferd auf der Koppel zu beschlagen oder zu behandeln. Am besten dann, wenn der Boden richtig matschig ist, weit weg vom Stall und mit dem Auto nicht erreichbar.

2. 

Füttern Sie Ihrem Pferd exakt 12 Stunden bevor der Tierarzt zur Lahmheitsuntersuchung kommt, ein Schmerzmittel oder einen Entzündungshemmer. Zusätzlich geben Sie Ihrem Tierarzt noch die gesammelten Meinungen Ihrer Freunde, Bekannten und Stallkollegen über die Ursache der Lahmheit. Dass das Pferd früher schon einmal das Problem hatte, erwähnen Sie besser nicht, denn das wäre ja Schummeln.

3. 

Zeigen Sie Ihrem Reitlehrer Ihren neuen Hänger, den neuen Sattel und die Fotos vom letzten Urlaub, um sich gleich danach zu beschweren, wie teuer sein Reitunterricht ist. Dasselbe funktioniert beim Schmied, Sattler und Physiotherapeuten genauso gut. So freuen sich alle mit.

4. 

Stellen Sie sicher, dass Ihr Tierarzt, Schmied oder Sattler sich unentbehrlich fühlt, indem Sie ihm zusätzliche Arbeit verschaffen, wenn er erst gekommen ist. Generell lieben diese Berufsgruppen Überraschungen! Wenn Sie ein Pferd zum impfen oder beschlagen haben, dann teilen Sie es dem überraschten Menschen erst mit, dass noch drei weitere zu machen sind, wenn er da ist. Er braucht dann praktischerweise nicht erst nach einem neuen Termin zu suchen.

5.

Führen Sie Anweisungen die Sie bekommen, niemals so aus, wie es Ihnen gesagt wurde. Ein paar zeit- und arbeitssparende Maßnahmen – wie z. B. nur zweimal pro Woche bewegen, dafür aber ausgiebig, eine Übung nur einmal täglich dafür aber in doppelter Länge machen, die alten und abgelaufenen Medikamente eines Stallkollegen benutzen und die neuen im Internet verhökern, - all das kann Fehler ausgleichen, die Experten beim Verordnen einer Maßnahme machen.

6.

Wenn Sie mit Ihren Zahlungen beim Schmied, Tierarzt, Sattler oder Ausbilder im Rückstand sind, dann entlasten Sie ihn, indem Sie vorerst andere Experten zuziehen, die noch nicht so viel beschäftigt sind.

7.

Während jeder Lahmheitsuntersuchung des Tierarztes, selbst wenn das Pferd hinten links stocklahm geht, ist es hilfreich zu erwähnen, dass Ihr Ausbilder meint, es ist ein Problem in der Schulter. Tierärzte glauben oft, dass das Problem an einer anderen Stelle liegt. Sie untermauern das durch ihre Berufserfahrung und die Tatsache, dass bereits eine klinische Untersuchung, Röntgenbilder, Ultraschall und Szintigrafiebilder vorliegen. Es ist manchmal zum Haare raufen, dass sie das eigentliche Problem nicht erkennen.

8.

Stellen Sie sich immer dazu, wenn ein Reitlehrer anderen Schülern Unterricht gibt. Das ist kostenlos und praktisch. Bei aufkommenden Fragen zu reiterlichen Themen, scheuen Sie sich nicht, ihn Sonn- oder Feiertags anzurufen, um ausgiebig Ihre Probleme zu diskutieren. Nehmen Sie selten bis gar keine Reitstunden bei ihm, denn der Gute ist ja jetzt schon überlastet.

9. 

Überschütten Sie Ihren Physiotherapeuten oder Tierarzt nicht mit langweiligen Details. Das verwirrt nur. Er wird viel lieber selbst herausfinden was Ihr Tier genau hat. Sagen Sie ihm einfach das Pferd ist krank.

10.

Wenn Sie Ihr Pferd in Beritt geben, dann sagen Sie dem Bereiter bloß nicht, was es alles an Untugenden hat. Es könnte ihn unsicher machen. Bereiter lieben den Reiz des Ungewissen und finden es uncool, wenn immer so viel darum herum geredet wird. Sie schätzen das Neue und lieben Überraschungen!

 

 

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